Rechtsanwältin Thiele vertritt Kleinkind als Nebenkläger

Prozess wegen versuchten Totschlags gegen den Tagesvater

Seit dem 21. Mai 2019 findet die Hauptverhandlung in einem Strafverfahren statt, welches wegen versuchten Totschlags gegen einen Tagesvater vor dem Landgericht Hannover geführt wird.

Der Angeklagte soll den seiner Betreuung unterstellten 13-monatigen Jungen so heftig geschüttelt haben, dass dieser lebensbedrohliche Hirnblutungen erlitt und seit dem dauerhaft schwerbehindert ist. 

Das Kleinkind wird als Nebenkläger von unserer Kollegin Rechtsanwältin Nicole Thiele vertreten. Sie kennt nicht nur den bedrückenden Akteninhalt sondern weiß auch, welche Belastungen und Leiden die Familie seit dem 31. März 2017 durchtstehen muss. 

An diesem Tag soll der ausgebildete Tagesvater aus Hannover den kleinen Jungen beinahe zu Tode geschüttelt haben. Die Eltern wurden von dem Angeklagten angerufen, da ihr Kind auf dem Boden gelegen und die Augen verdreht haben soll. Bei ihrem Eintreffen fanden die Eltern ihr Kind verkrampft, schreiend und mit blauen Lippen vor. In der Kinderklinik wurden lebensbedrohliche Hirnblutungen festgestellt. Der Junge erlitt Sauerstoffmangel durch einen Atemstillstand und musste schließlich ins künstliche Koma versetzt werden. 

Die behandelnden Ärzte führten die Verletzungen auf eine Misshandlung zurück.

Nach Einschätzung von medizinischen Gerichtssachverständigen könnte das Opfer heftig geschüttelt worden sein. Die daraus resultierende Hirnblutung, habe sich der Junge hochwahrscheinlich während der Betreuungszeit beim Tagesvater zugezogen, berichten die Gutachter.

Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf.

Am 22. Mai 2019 wird die Verhandlung fortgesetzt.

Rechtanwältin Thiele wird die rechtlichen Interessen des Opfers vor Gericht vertreten und in seinem Namen Fragen an den Angeklagten oder Zeugen und Anträge stellen um die Rechte des Kindes im Strafprozess zu wahren.

UPDATE:

Am 22. Mai 2019 wurden die Plädoyers der Anklage, Nebenklage und Verteidigung gehalten. Rechtsanwältin Thiele hat für den Nebenkläger gemeinsam mit der Staatanwältin eine Haftstrafe von 9 Jahren gefordert.

Der Antrag wurde vor allem auf die Aussagen der Sachverständigen gestützt, die einheitlich bestätigten, dass die Misshandlungen im Zeitraum der Betreuung durch den Angeklagten stattgefunden haben muss. Zudem wurde der Antrag auch damit begründet, dass der Angeklagte statt eines Notarztes lediglich die Eltern verständigt hatte und damit wohl eine rechtzeitige medizinische Hilfe verhindert hat.

Die Urteilsverkündung ist auf den 29. Mai 2019 angesetzt.

 

Rechtsanwältin Thiele ist Ihre Ansprechpartnerin für Opferschutz und Nebenklage bei KSG.

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