Haft für den Täter und Schmerzensgeld für das Opfer nach versuchtem Mord

Ein 63-Jähriger wurde von dem Landgericht Hannover wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt.

Nach Ansicht des Gerichts wollte der Täter seine Ex-Frau für fehlende Anerkennung, die Trennung und eine vermeindlich neue Beziehung bestrafen.

Unsere Kollegin, Rechtsanwältin Thiele ist in dem Prozess als Nebenklagevertreterin für die Ex-Frau aufgetreten und hat ihre Rechte wahrgenommen.

Das Opfer und der Angeklagte waren fast 40 Jahre ein Paar und haben zwei gemeinsame Kinder. Nach der Scheidung hatte sich die Ex-Frau gut mit der neuen Lebenssituation arrangiert, während der Angeklagte die Trennung nicht akzeptieren konnte. Dies führte so weit, dass das spätere Opfer wegen Bedrohung und Beleidigung ein Kontaktverbot nach dem Gewaltschutzgesetz gegen den Angeklagten bewirkte.

Ein vom Gericht beigezogener Psychiater erklärte, der Täter sei "in einer patriarchalischen Geschlechterrolle gefangen" und hätte nach der Scheidung seine Rolle als "Familienoberhaupt" verloren.

Nachdem der Angeklagte Fotos seiner Ex-Frau mit einem anderen Mann sah, soll sich seine Aggression so weit gesteigert haben, dass er zu seiner früheren Partnerin in die Wohnung fuhr und versuchte sie mit mehreren Messerstichen zu töten. Als Zeichen der Verachtung trat er ihr zusätzlich gegen den Kopf. Das Opfer überlebte die Tat nur knapp.

Zweifel an der Schuldfähigkeit des Angeklagten sah das Gericht nicht. Die Staatsanwältin und Rechtsanwältin Thiele beantragten die Höchststrafe von lebenslanger Haft. Aufgrund eines Teilgeständnisses lautete das Urteil des Landgerichts auf 13 Jahre Haft.

Zusätzlich wurde der uneinsichtige Angeklagte auf Antrag der Nebenklage zur Zahlung von 25.000 € Schmerzensgeld an seine Ex-Frau verurteilt und muss auch die immateriellen Schäden, die sie durch die Tat erlitten hat, ersetzen.

Die Neue Presse und die Hannoversche Allgemeine Zeitung haben am 04.05.2018 über das Verfahren berichtet.

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